10th April 2014

Zitat

Man verkennt den Gang der Bankpolitik, wenn man in den
Eingriffen der Regierungen das Bestreben sehen will, die Umlaufsmittelausgabe zu beschränken. Der Grundzug der Bankpolitik war nicht Beschränkung, sondern Forderung der Umlaufsmittelausgabe. Man hat Banken privilegiert, weil man zur Verbilligung des Kredits die Grenzen, die die Bankfreiheit der Kreditausweitung setzt, hinausverlegen wollte, oder weil man für die Staatskassen unmittelbare Vorteile erlangen wollte;
meist wurden beide Ziele, das kreditpolitische und das fiskalische, zugleich angestrebt. Man hat im Umlaufsmittel ein taugliches Werkzeug zur Herabsetzung des Zinsflusses gesehen und forderte von der Bank, dass sie durch Ausweitung der Umlaufsmittelausgabe den Staatskassen oder der « Wirtschaft» billige Kredite zur Verfügung stelle.
Erst als man die wahrungspolitischen Folgen der Kreditausweitung zu erkennen begann, kam es zu Gesetzen, die die Ausgabe metallisch nicht bedeckter Banknoten und mitunter auch die Eroffnung metallisch nicht gedeckter Kassenführungsguthaben zu beschränken suchten. Zur Bankfreiheit, die dem, was man als Missbrauch oder Gefahr
schrankenloser Kreditausweitung ansah, am wirksamsten abgeholfen hätte, wollte man gerade wegen ihrer Wirksamkeit nicht zurückkehren. Denn man glaubte, dass die Wirtschaft auf ein « normales », auf ein « berechtigtes » Ausmass von Kreditausweitung nicht verzichten könne, und man hielt das Mass an Kreditausweitung, das im Systeme der Bankfreiheit möglichware, für unzulänglich.
Viele Regierungen haben in der Ausgabe von Umlaufsmitteln
durch privilegierte Banken nichts anderes gesehen als die
Möglichkeiten, die sie der Beschaffung von Geldmitteln für die
Staatskassen eröffnete. Die Bank sollte durch die Ausgabe von
Umlaufsmitteln dem Staate Kredit gewähren. Das Geldsurrogat,
die auf Verlangen des Inhabers jederzeit einlösbare Banknote,
sollte beim Publikum den Weg bahnen für die nichteinlösbare
Note, für das Kreditgeld. Mit dem Erstarken der interventionistischen und etatistischen Bewegung ist diese Auffassung allgemein geworden. Keine Regierung wäre heute bereit, das Problem der Bankfreiheit ernstlich zu erwägen, weil keine auf eine Einrichtung verzichten will, die als die letzte, aber auch als die ergiebigste Geldquelle fiir die Zeit der Not angesehen wird.
— Ludwig von Mises, Nationalökonomie, 1940 (!)

6th April 2014

Foto gerebloggt von Ummagumma mit 6 Anmerkungen

Where in Germany are you travelling? That’s “Zwanzig nach elf”!

Where in Germany are you travelling? That’s “Zwanzig nach elf”!

3rd April 2014

Zitat

I am an anarchist, you see, but I am even more a pervert!
— Lady Snowblood 2: Love Song of Vengeance

3rd März 2014

Foto mit 9 Anmerkungen

Since the philosphers have left the battle field the war seems to be lost.
As Quine would put it:
“Our argument is not flatly circular, but something like it. It has the form, figuratively speaking, of a closed curve in space.”

Since the philosphers have left the battle field the war seems to be lost.

As Quine would put it:

Our argument is not flatly circular, but something like it. It has the form, figuratively speaking, of a closed curve in space.”

Getaggt: ReligionGodChristianityChristianslogicatheism

1st März 2014

Eintrag

Antwort auf “Die Dummheit der GEMA-Hasser”

In einem Eintrag des Redaktionsblogs von Jetzt.de (Süddeutsche Zeitung) vom 27.2.2014 vergleicht Jan Stremmel die Aufgabe der GEMA mit dem Veranstalten einer Party, auf der alle geladenen Gäste eine Pauschale zum Verköstigen der Getränke entrichten. Das Verbreiten von Musik über YouTube wird als Freibierausteilung eines ungeladenen Gastes auf der Straße beschrieben, wodurch Leute in den Genuss von Bier kommen, die nicht an den Gastgeber gezahlt haben.

Ich möchte dieses Bild hier gar nicht lang und breit ausführen, denn man kann es einfach selbst unter dem obigen Link nachlesen. Jedenfalls halte ich seinen Vergleich für grundlegend falsch und da Stremmels Verteidigung der GEMA sich auf diesen stützt, ist diese ebenso bedroht. Es spielt nämlich keine Rolle, ob es die GEMA ist, welche YouTube-Videos sperrt oder YouTube selbst, weil Google keine Gebühren an die GEMA zahlen will. Das ganze Konzept hinkt. Man mag die GEMA-Hasser als töricht bezeichnen, weil sie der Google-Propaganda so einfach auf den Leim gegangen sind. Das bedeutet aber nicht, dass ihre Ablehnung der GEMA vollkommen unsinnig (geschweige denn dumm) ist.

Warum ist Stremmels Party-Vergleich falsch?

Zunächst einmal sind die Ausgangssituationen vollkommen verschieden. Wer ein Lied veröffentlicht, präsentiert es keiner geschlossenen Gesellschaft geladener Gäste, sondern der ganzen Welt. Der Verkauf von Musik gleicht eher einem Getränkemarkt als einer Party; jeder ist potenzieller Käufer der Musik. Aber es ist verständlich wieso dieser Fehler zustande kam. Schließlich soll die Musik ja verkauft werden, die Hörer sollen dafür bezahlen.

Nun gibt es aber einen entscheidenden Unterschied zwischen Bier und Musik. Bier wird, ist es einmal getrunken, unbrauchbar, niemand anderes kann es (in seiner ursprünglichen Form) noch einmal trinken. Es muss schon jeder selbst zum Getränkemarkt oder zu einem Freibierausschank gehen. Musik hingegen kann immer wieder gehört werden. Geladene wie ungeladene Gäste können noch Jahre nach der Party die gekauften Lieder hören, sie anderen vorspielen und sogar an diese weiterreichen. Und niemand kann ihnen ernsthaft einen Vorwurf machen, wenn die Lieder verkauft wurden. Denn wer etwas kauft, erwirbt Eigentum an dem erstandenen Produkt. Damit sind aber die vollen Nutzungsrechte verbunden, sonst handelt es sich nicht um Eigentum.

Wenn ich mir einen Hammer kaufe, kann ich fortan damit anstellen was ich will. Ich kann ihn jeder Zeit und immer wieder gebrauchen. Ich kann ihn aber auch weiter verkaufen, ihn gegen Geld oder kostenlos verleihen oder ihn verschenken. Schließlich ist er mein Eigentum. Ich könnte ihn sogar an meinen Gartenzaun hängen und ihn von jedem benutzen lassen, der gerade einen Hammer braucht.

Wenn ich beim Kauf eines Liedes nicht über den Tisch gezogen wurde, muss ich eben diese Rechte auch an dem Lied haben. Nur hat ein Lied gewisse Eigenschaften, die ein Hammer nicht hat. Meinen Hammer kann stets nur einer zur Zeit benutzen. Ein Lied kann von vielen gleichzeitig und sogar an verschiedenen Orten zugleich gehört werrden. Wenn jemand meinen Hammer benutzt, aber nicht zurück gibt, habe ich ihn verloren. Ein Lied kann ich beliebig oft kopieren, sodass ich niemals Gefahr laufe, es zu verlieren. Auch kann ein Hammerbedürftiger aus Guatemala vermutlich nicht mal eben bei mir in Hamburg vorbei kommen, um sich meinen Hammer zu leihen. Aber er könnte sich vielleicht ein YouTube-Video ansehen, mit einem Lied, das er nicht gekauft hat.

Ich sehe ein, dass diese Unterschiede für Musiker ein Problem darstellen. Dank des Internets lässt sich Musik so schnell und einfach in der ganzen Welt verbreiten, dass der Verkauf von Musik unter Umständen nicht mehr attraktiv erscheint. Aber wenn ein Geschäftsmodell nicht ertragreich ist, liegt das am Geschäftsmodell und nicht an den bösen Kunden, die mit ihrem Eigentum so großzügig umgehen, dass weitere Kunden ausbleiben. Es gilt also, das Geschäftsmodell zu verändern, anstatt die Eigentumsrechte der Kunden zu beschneiden. Genau das versucht die GEMA aber und zieht dadurch nicht zu Unrecht Unmut auf sich.

Worauf kann Stremmels Party-Bild vielleicht doch angewendet werden?

Dass Stremmels Vergleich falsch ist, muss glücklicherweise nicht bedeuten, dass auch sein Bild von einer Party mit geladenen Gästen unbrauchbar ist. Denn diese Situationen gibt es durchaus. Man nennt sie Konzerte. Die Besucher eines Konzertes kaufen sich Eintrittskarten, erleben eine einmalige und individuelle Darbietung von Musik und gehen ohne diese nach Hause. Anschließend ist sie unwiederbringlich verbaucht.

Natürlich kommt es vor, dass Besucher Konzerte mitschneiden und über YouTube verbreiten, aber das dürfte das Geschäft nicht kaputt machen. Viel mehr ist es kostenlose Werbung! Leute, die das Konzert vielleicht gern gesehen hätten, aber es nicht besuchen konnten, werden durch dieses Material am Ball gehalten. Unschlüssige werden möglicherweise überzeugt, zum nächsten Konzert zu gehen. Und solche, denen es genügt, sich ein YouTube-Video anzusehen, die nicht den Künstlern von Angesicht zu Angesicht gegenüber stehen und mit einer Menge von begeisterten Zuhörer mitfeiern wollen, die sind ohnehin keine potenziellen Kunden gewesen. Es steigt lediglich die Wahrscheinlichkeit, dass sie in Zukunft doch welche werden. Das Erlebnis live mit dabei zu sein, lässt sich über YouTube nun einmal nicht verbreiten.

Ich habe den Eindruck, dass der Umschwung von Plattenverkäufen zu Partyveranstaltungen auch schon begonnen hat. Bühnenshows werden immer aufwendiger und spektakulärer. Tickets für Konzerte haben zum Teil astronomische Preise, finden aber ungebremsten Absatz - weil live dabei zu sein eben nicht kopierbar ist. Natürlich wollen Plattenfirmen und die GEMA das nicht wahr haben, denn damit verdienen sie nicht ihr Geld. Aber würden man Verbote von kostenlosen Chatprogrammen akzeptieren, nur damit SMS-Anbieter nicht um ihre Gebühren gebracht werden?

Ich verstehe, warum Jan Stremmel die GEMA verteidigt. Er selbst arbeitet in einer Branche, die durch die Kopierbarkeit und die schnelle Verbreitung ihres Produktes über das Internet zunehmend Absatzschwierigkeiten bekommt. Aber anstatt einem anderen schlechten Geschäftsmodell bei dem Versuch zur Seite zu springen, die Welt zu verändern, sollte er sich vielleicht eher Gedanken darüber machen, wie man das eigene Geschäftsmodell an die Welt anpassen kann. Das dürfte ohnehin leichter fallen.

Getaggt: Torge NaßEssayGEMAMusikKonzertDownloadsSharingRaubkopiererfreier Markt

27th Februar 2014

Video gerebloggt von Finn Thorson mit 1 Anmerkung

finn-thorson:

"Mâne und die kleine Gartenprinzessin" Teaser Trailer

by Finn Thorson

Paperback, 17 x 22 cm, 68 Seiten

ISBN 978 373 229 59 37

22nd Februar 2014

Link gerebloggt von Finn Thorson mit 1 Anmerkung

Mein Erstlingswerk ist endlich erschienen! →

finn-thorson:

Es ist vollbracht, ich habe mein erstes Buch veröffentlicht. Auf dem Weg dorthin musste ich viele Einschnitte hinnehmen, aber dafür ist es rundum mein Buch. Ich habe es geschrieben, illustriert und gesetzt. Nun liegt auch noch das Marketing in meinen Händen.

Wie dem auch sei. "Mâne und die…

Ich finde, es ist ein sehr schönes und rührendes kleines Buch von Finn Thorson. Es geht darin um böse Könige, Flüche, Drachen, Blumen und Freundschaft. Aber macht euch doch einfach selbst ein Bild davon!

Getaggt: Mâne und die kleine GartenprinzessinMânePrinzessinDrache